LADA Diabetes: Der Wolf im Schafspelz

Mindestens 10% aller Typ-2-Diabetes-Diagnosen sind falsch. Hybridformen, also Mischformen unterschiedlicher Diabetestypen, machen es den Ärzten besonders schwer. Der LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) steht dabei am häufigsten am Ende der Fehlerkette. Unterstrichen wird dies unter anderem von der UKPDS-Studie (Turner et al. 1997). Warum das so ist? Schuld daran ist der Wolf im Schafspelz – der LADA. Manchmal braucht es eben doch einen zweiten Blick.

Besonderheiten LADA

Häufig manifestiert sich der LADA zwischen dem 25. und 34. Lebensjahr. Das verspätete Auftreten der Autoimmunkrankheit ist eine der Gründe, warum die Erkrankung manchmal irrtümlicherweise dem Typ-2-DM zugeordnet wird.

Die Erkrankung kann aber zu jedem Zeitpunkt auftreten. Die Wahrscheinlichkeit an einem LADA zu erkranken, nimmt jedoch mit dem Erreichen des 50. Lebensjahrs deutlich ab.

Die Insulinfreisetzung der Bauchspeicheldrüse findet im Verlauf der Krankheit nur noch limitiert statt (niedrige Insulin- und C-Peptidspiegel), da die proinsulin-produzierenden Betazellen allmählich absterben.

Die Gewissheit im Blut

Es lassen sich Antikörper im Blut nachweisen, die auch bei Typ-1-Diabetes-Patienten vorkommen. Die klinisch relevanten Antikörper sind Insulinautoantikörper (IAA), Glutamat-Decarboxylase-Autoantikörper (GADA), Thyrosinphosphatase-Antikörper (IA-2-AK) und Zink-Transporter-8-Antikörper (ZnT8-AK).

Eine Antikörperbestimmung dient der Abgrenzung vom Typ-2-DM.

Was passiert bei einer falsch eingestellten Therapie?

Zur Behandlung des Typ-2-Diabetes gibt es unterschiedliche Therapieformen, die bevorzugt maßgeschneidert durchgeführt werden sollten. Hierzu gehören Maßnahmen zur Verhaltensprävention (Stressabbau, Bewegung, Kalorienreduktion), sowie chirurgische (z. B.: Magenbypass) oder medikamentöse Maßnahmen (orale Antidiabetika, GLP-1-Analoga, Insulin).

Sollten diese Maßnahmen nicht zur Verbesserung des Patientenzustands beitragen, sind hierfür unterschiedliche Ursachen möglich. Für LADA-Patienten ist es charakteristisch, dass sie im Verlauf der Erkrankung immer schlechter auf die medikamentösen und verhaltenspräventiven Maßnahmen ansprechen. So rutschen sie vergleichsweise rasch in die Insulinpflichtigkeit.

Wann sollten die Alarmglocken klingen?

Sollte es zu keiner Verbesserung oder einer Verschlechterung des Patientenzustands während einer Typ-2-Diabetes-Therapie kommen, kann dies ein Anzeichen für eine andere Diabetes- bzw. Mischform sein. Da es unterschiedliche Diabetestypen gibt und mehrere zeitgleich auftreten können ist eine weitere ärztliche Untersuchung unabdingbar. Durch zusätzliche Laboruntersuchungen kann der Arzt feststellen, ob ein LADA vorliegt.

Hinweis: Die Infografik über den LADA-Diabetes wurde von MyTherapy bereitgestellt.

Mit der MyTherapy-App können Erinnerungen für Medikamente geplant und Informationen, Symptome oder Messungen protokolliert werden. Um zusätzliche Unterstützung zu erhalten, ist es auch möglich, den Fortschritt mit der Familie oder Freunden zu teilen. Außerdem können die Daten mit Ärzten ausgetauscht und diskutiert werden, um einen besseren Überblick über die Wirksamkeit der Therapie zu erhalten.