Es ist ein Unterschied, ob man sich Ziele setzt oder ob man sich ZIELE SETZT

Am Anfang war der Gedanke. Dann kam die Idee und urplötzlich passiert es: Du setzt dir ein Ziel. Schon wieder.

Du machst eine Diät über zwei Wochen. So wirklich Nachhaltigkeit erzeugst du damit nicht.

Egal.

Du betreibst noch ein bisschen Sport. Das macht man heute so.

Du wartest, wartest … und wartest.

Und am Ende des Monats hast du ganze 100 Gramm abgenommen.

Eine Tafel Schoki – Wow! Du bist so beeindruckt, dass du dein Vorhaben direkt wieder beerdigst. So viel Mühen für nichts.

Ich kenne dieses Gefühl auch. Alibi-Vorsätze? Nie wieder!

Wusstest du, dass 90 Prozent aller Vorsätze scheitern? Tatsächlich scheitern die meisten Vorhaben bereits bei der Geburt.

Warte. Ich erzähle dir mehr davon.

Vorhang auf.

Rasierklingenscharfe Einsichten

Kleine, befristete Vorhaben haben die meisten gut im Griff. Vor allem, weil man sie leicht im Blick behalten kann und kein endloser Rattenschwanz dranhängt. Vorhaben, die auf etablierten Gewohnheiten fußen, sind ein anderes Paar Stiefel – es ist nie leicht.

Ein Hauch von Demut schadet nicht. Denn das zeigt, dass du die Sache nicht unterschätzt.

Ziele setzen, Prozesse bauen

Das Ziel „wöchentlich einen Beitrag zu publizieren“ ist ebenso blödsinnig wie „bis zum Jahresende 10 Kilogramm Körpergewicht zu verlieren“.

Warum?

Weil diese Ziele heiße Luft sind. Sie beinhalten keine konkreten Maßnahmen. Und das Ziel befindet sich im kognitiven Nirgendwo.

Mach’s lieber gleich auf die intelligente Art und etabliere Gewohnheiten, die den Prozess vorantreiben. 66 Tage. So lange dauert es, um sich eine neue Gewohnheit anzueignen. Zu Beginn erfordert eine kugelsichere Gewohnheit also viel Disziplin und Beharrlichkeit.

Der Unterschied zwischen einem Hobby-Sportler und einem Profi: Der Profi weiß, dass der richtige Prozess der Wegbereiter für seinen Erfolg ist.

Der Prozess ist das Ziel.

Wenn du dieses Mindset verinnerlicht hast, dann setzt du die Voraussetzung, um mit nichts zu starten und alles zu erreichen.

Echte Ziele schaffen echtes Bewusstsein

Ohne Ziel bist du von äußeren und willkürlichen Faktoren abhängig. Ziele formen dein Bewusstsein. Du sprichst Dingen und Handlungen eine Bedeutung zu, da sie für dich relevant sind – und du entwickelst auf diese Weise Eigeninitiative.

Doch die meisten Menschen folgen ihrem Kompass nur gelegentlich und später wundern sie sich, dass sie noch immer nicht angekommen sind. Wenn sie sich Ziele setzen, dann sind es häufig Lippenbekenntnisse. Sie bleiben nicht dran, agieren halbherzig, abgelenkt und oberflächlich. Du erkennst sie an Äußerungen wie „Jetzt habe ich keine Zeit“, „Morgen ist auch noch ein Tag“, „Ich bin schon zu alt dafür“, „Das Wetter ist schlecht“, “XY hat das aber so gemacht”, “ich sollte, müsste, würde gerne” – alles Fata Morganen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Zwar rufen sie sich Ziele aus, aber sie haben keinen Schimmer vom Prozess. Deshalb verwerfen sie ihre Ziele nach den ersten Rückschlägen wieder. Das Vorhaben wird demontiert und frühestens zum neuen Jahr wieder lauwarm aufgekocht.

Jetzt zeige ich dir die drei wichtigsten Zutaten, wie du aus einer naiven Ahnung einen zielgerichteten Prozess generierst:

Nutze den Augenblick – täglich

Es gibt kein Gestern und kein Morgen. Es existiert nur der Moment. Alles was jetzt möglich ist, sollte unter keinen herbeigerufenen Gründen auf irgendwann verschoben werden.

Arbeite also regelmäßig an deinem Ziel und etabliere Gewohnheiten, die dich deinem Ziel näherbringen. Motivation ist eine launische Diva. Das bedeutet: Ohne festem Zeitfenster jeder Gewohnheit der existentielle Nährboden.

Du möchtest jede Woche ein Buch lesen? Dann lies jeden Tag. Funktioniert.

Gehe es entspannt an

Viele wollen alles auf einen Schlag. Das Ergebnis ist, dass sie halbherzig an unterschiedlichen Zielen herumschustern – und nichts davon zu Ende bringen.

Konzentriere dich auf eine Sache und füge eine weitere erst hinzu, wenn du bereits handfeste Gewohnheiten für das erste Ziel entwickelt hast.

Lerne den Prozess zu lieben

Rede positiv auf dich ein. Es ist paradox, aber Menschen, die sich mehr bewegen möchten, reden sich oft ein, dass sie das Laufen hassen. “Think differently.” Ändere den inneren Dialog und gestalte ihn positiv.

Ein Beispiel:

Zeige dich beim Laufen dankbar für…

  • die frische, sauerstoffreiche Luft,
  • die Natur,
  • die freiwerdenden Endorphine,
  • das befreiende Gefühl,
  • etc.

Schon in diesem einen Beispiel wird klar, wie unterschiedlich man ein Thema anpacken kann – auch vom Ton her. Und der Ton spielt nun mal die Musik.

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge. Kurt Marti